Angststörungen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) gehört Angst zum Leben dazu. Sie ist ein wichtiges Signal, das den Menschen vor Gefahren warnt und schützt. Wenn die Angst aber immer da ist, das Herz beispielsweise bei jeder Kleinigkeit anfängt, wild zu pochen und die Hände feucht werden, ist sie krankhaft. Dann ist es ein sehr ernstes Problem. Angststörungen sind die häufigsten psychischen Erlrankungen – in Europa leiden rund 60 Millionen Menschen daran, in Deutschland ungefähr zwölf Millionen.

Es gibt verschiedene Angsterkrankungen. Die Symptome dabei können von Mensch zu Mensch variieren und haben ganz andere Ausprägungen:

Panikstörung
Die Betroffenen werden von plötzlichen Panikattacken überfallen. Sie haben auf einmal massive Angst, ihr Herz rast, schlägt unregelmäßig, sie zittern und schwitzen. Die Angst schnürt ihnen die Kehle zu. „Ich habe jedes Mal Angst, ihn Ohnmacht zu fallen oder zu ersticken“, sagt eine von ihnen. Viele fürchten, die Kontrolle zu verlieren, wahnsinnig zu werden oder zu sterben. Die Panikattacken können aus heiterem Himmel auftreten, aber auch nur in speziellen Situationen oder an bestimmten Orten. Das in den meisten Fällen so; sie haben zusätzlich eine Agoraphobie.

Agoraphobie
Wenn Menschen Angst haben, zum Beispiel in Bus, Bahn oder Flugzeug zu reisen, einen Fahrstuhl zu betreten, im Supermarkt einzukaufen oder wegen der vielen Menschen ein Konzert zu besuchen, leiden sie an einer Agoraphobie, die häufig mit einer Panikstörung einhergeht.

Generalisierte Angststörung
Ständige Sorgen, auch wenn dafür kein Grund besteht, quälen die Betroffenen. Sie leben in ständiger Anspannung und Furcht, dass zum Beispiel sie selbst, Angehörige oder Freunde schwer erkranken, einen Unfall erleiden, sie verarmen oder eine Katastrophe eintreten könnte. Wie Menschen mit einer Panikstörung leiden auch sie an den körperlichen Symptomen wie etwa Herzklopfen, Zittern und Schwindel, allerdings dauerhaft. Sie sind unkonzentriert, die Muskeln verkrampft, gereizt und können nur schwer einschlafen.

Soziale Phobie
Kennzeichen dieser Erkrankung ist, Situationen zu vermeiden, in denen man fürchtet, sich zu blamieren oder von anderen negativ beurteilt zu werden. Sich in einem Meeting zu Wort zu melden, vor Gericht als Zeuge auszusagen, Behördengänge, einem Mann/einer Frau zu begegnen, löst bei den Betroffenen Angst aus. Sie erröten häufig, ihre Hände zittern, das Herz schlägt bis zum Hals, ihnen ist übel, die Blase drückt, die Beine sind weich. Die Folge: Sie vermeiden den Kontakt mit anderen Menschen, was bis hin zur sozialen Isolation führen kann.

Spezifische Phobie
Den Menschen jagen beispielsweise Katzen, Mäuse, Vögel oder Spinnen, furchtbare Angst ein. Ihre Angst kann sich aber auch auf tiefes Wasser, hohe Berge, Gewitter, Dunkelheit, den Arztbesuch oder Injektionen beziehen. Das heißt, sie fürchten sich vor einem bestimmten Objekt oder einer ganz speziellen Situation.

Quelle: Presse-Themendienst Angststörungen, DGPPN

 

 

Konkrete Hilfsangebote für alle oben aufgeführten Formen der Angststörung: